Österreich legt Glücksspielreform der EU vor: Mehrfach-Lizenzsystem und strengere Kontrollen bis zur Frist 2027

15 Oktober 2026

Österreichs vorgeschlagene Reform der Glücksspielregulierungen, die am 4. August 2026 der Europäischen Union vorgelegt wurde, nimmt illegales Online-Glücksspiel streng ins Visier und führt gleichzeitig ein Mehrfachlizenzmodell ein. Der Entwurf bewegt Österreich weg vom Monopolsystem und implementiert neue Kontrollen mit strengen Grenzen für Online-Glücksspiel.

Das österreichische Finanzministerium übermittelte die Glücksspielreform am 4. August 2026 an die EU, wodurch eine obligatorische dreimonatige "Stillhaltefrist" in Kraft trat. Ohne Einwände der EU könnte das Gesetz bis Ende 2026 in Kraft treten.

Der Vorschlag des österreichischen Finanzministeriums würde ein rigoroses Lizenzsystem für Online-Glücksspielanbieter etablieren. Das Ministerium beabsichtigt, Spieler zu legalen Anbietern zu lenken, den Verbraucherschutz zu stärken und illegale Glücksspielaktivitäten effektiver zu bekämpfen.

Von jetzt bis 2027 würde der Vorschlag strikte Spielerschutzanforderungen einführen – mit Einzahlungsobergrenzen, Risikobewertungen für Suchtgefahren und digitaler Überwachung. Lizenzierte Unternehmen müssen mit dem nationalen Sperrregister verknüpft sein und gemäßigte Schutzmaßnahmen für jüngere Spieler einhalten. Betreiber haben bis zum 30. September 2027 Zeit, die erforderlichen Systeme einzurichten, bevor Strafen drohen.

Die Aktualisierung der Werbestandards bildet einen Kernbestandteil der geplanten Änderungen. Zukünftige Regeln werden ausdrücklich den Schutz Minderjähriger, Suchtrisiken und eine ausgewogene Darstellung von Gewinnen und Verlusten abdecken. Werbetreibende müssen eine noch festzulegende „Maximale Verantwortungsskala“ einhalten. Verstöße in Online- oder traditionellen Medien könnten Geldstrafen von bis zu 22.000 Euro nach sich ziehen.

Der Entwurf sieht Einzahlungsobergrenzen für jüngere Spieler im Alter von 18-26 vor und führt eine zentrale, anbieterneutrale Obergrenze für Einzahlungen ein. Dies steht im Zusammenhang mit den bestehenden Selbstausschlussmöglichkeiten und ermöglicht strengere Kontrollen für vulnerable Kundengruppen.

Bonusangebote und Werbeaktionen werden durch die Änderungen strenger reguliert. Kostenlose Spiele, Drehungen, Gutschriften und Rabatte unterliegen künftig strengeren Beschränkungen. Boni würden normalerweise als steuerpflichtige Einsätze gelten, wobei Anbieter nur 5% der besteuerten Spielerlöse durch Boni verrechnen dürfen.

Betreiber können folgende Durchsetzungsmaßnahmen als Teil der Regulierungsreform erwarten:

Sperrverfügungen und Zahlungsblockaden

Erstellung einer „Schwarzen Liste“ nicht autorisierter Dienste

Öffentliche Informationen und Warnungen über illegale Angebote

Die Verteilung von Werbe- und Promotionsmaterial könnte ebenfalls eingeschränkt werden, abhängig von den finalisierten Definitionen.

Dieser Vorschlag markiert den Beginn eines legislativen Prozesses, in dem noch erhebliche Änderungen möglich sind. Dennoch haben Betreiber und Beobachter bereits begonnen, die mögliche Ausgestaltung des Gesetzes zu antizipieren, während die vorparlamentarischen Diskussionen voranschreiten.